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Die COLUMBUS
ist das jüngste „Kind” der Hapag-Lloyd-Flotte, wenn man die Konzep-tion
betrachtet (die neue EUROPA
kam zwar später, ersetzte aber lediglich ihre Vor-gängerin). Sie ist der
Versuch des Hamburger Veranstalters, das stetig wachsende Feld der
Drei-Sterne-Plus-Passagiere nicht gänzlich anderen Anbietern zu
überlas-sen. Was sich so trocken anhört, führt letztlich zu einem Schiff
mit einem überaus guten Preis-Leistungs-Verhältnis, denn Hapag-Lloyd,
von jeher mit dem besten Per-sonal ausgestattet, das auf See unterwegs
ist, kann denn doch nicht ganz aus seiner Haut und präsentiert ein
Schiff, das in Service und Küche mühelos ein Vier-Sterne-Schiff in den
Schatten stellt. Hapag-Lloyd aber hält sich fairerweise an die
Klassifizie-rung im Berlitz. Die Mehrheit der Stewards und Stewardessen
könnte jederzeit auf der EUROPA
arbeiten (und viele tun es auch). Man sollte kaum glauben, dass das
Schiff 2007 schon zehn Jahre alt wird: Der Autor, der es bei seiner
Taufe zuletzt sah, erlebte ein tadellos in Schuss gehaltenes Schiff, an
dessen Ausstattung nicht gespart wurde.
Die
COLUMBUS,
die nach heutigen Maßstäben zu den „kleinen” Kreuzfahrtschiffen ge-hört,
hat die charakteristische Bauchbinde in den Hapag-Lloyd-Farben orange
und blau und am Schornstein das Reederei-Logo. An ihrem Rumpf fallen
einige über-dimensionale Bullaugen auf, die zum Teil zu Kabinen, zum
Teil zu Gesellschaftsräu-men gehören. Das Heck ist weit hochgezogen; ein
klassisches Achterdeck hat sie nicht. Das Leben – soweit es unter freiem
Himmel stattfindet – spielt sich um den Swimmingpool vor dem Schornstein
ab. Dort ist der Boden mit hygienischem Kunst-stoff belegt, darauf aber
steht edles und bequemes Holzmobiliar. Der Pool enthält 24 Grad warmes
Süßwasser und ist groß genug, um einige Züge zu schwimmen, aller-dings nicht sehr
tief. Daneben steht ein Umkleideraum zur Verfügung, und nach vorn
schließt sich der Palmengarten mit seinen Buffets an. Ein Whirlpool
fehlt auf dem großzügig bemessenen Sonnendeck. Ein Deck höher (und nur
über Außentreppen zu erreichen) stehen weitere Sonnenliegen zur
Verfügung.
Die
COLUMBUS
ist in fast allen Punkten ein klassisches Kreuzfahrtschiff,
zugeschnit-ten auf deutsches Publikum. Fans der alten EUROPA
mögen gewisse Ähnlichkeiten in der Struktur der öffentlichen Räume
feststellen. Bereits beim ersten Eindruck ist es äußerst wohltuend, dass
die COLUMBUS
nie irgendwelchen gravierenden Umbauten unterzogen werden musste. Viele
ältere Drei-Sterne-Schiffe kranken an verwinkelten Gängen und Lounges,
Gängen und Treppen, die in die Sackgasse führen. All das hat die
COLUMBUS
nicht, denn sie wurde von Anfang an als das gebaut, was sie heute ist.
Die
COLUMBUS
hat große, moderne und überaus bequeme Tenderboote, die die Pas-sagiere
trocken und ohne Kletterei an Land bringen, wenn der Hafen zu klein ist.
Um einem weit verbreiteten Irrglauben vorzubeugen: Schlauchboote hat sie
als einziges Hapag-Lloyd-Schiff nicht.
Kreuz und quer durchs Schiff
Vor dem Poolbereich
liegt der Palmengarten der
COLUMBUS.
Im Übergang steht ein fest installiertes Buffet mit mehreren Stationen
für warme und kalte Gerichte. Hier wird stets zum Frühstück und Lunch im
Restaurant, bisweilen auch abends eine Alternative angeboten. Das Rund
des Palmengartens ist mit Korbstühlen, maritim gestreiften
Polsterauflagen und einigen Grünpflanzen anheimelnd eingerichtet;
stilisierte Palmblätter an den Säulen geben ihm seinen Namen. Fenster
rundum könnten einen guten Blick in Fahrtrichtung freigeben, wäre die
Bordwand der davor liegenden Aussichtsbrücke nicht so weit hochgezogen –
ein klassischer Fauxpas des Schiffsarchitekten. Auch die beiden engen
Ausgänge, durch die man die beliebte Aussichtsplattform erreicht, sind
am Bedarf vorbei geplant und führen dazu, dass beim Öffnen der Türen
heftige Windböen in den Palmengarten eindringen. Dennoch ist er tagsüber
ein ebenso beliebter Aufenthaltshort wie am Abend, wenn neben der
Tanzfläche eine dreiköpfige Combo Unterhaltungsmusik spielt.
Bei einem Bummel
durch die kleine Flaniermeile ein Deck tiefer kann man erleben, wie
mehrere Passagiereinrichtungen zu einem harmonischen Ensemble
zusam-mengefügt werden können: Eine Weinbar, eine Galerie mit großen
Fenstern und bequemen Sesseln, die Bordboutique und die Bibliothek sind
hier integriert; auch die Ausstellungswände des Bordfotografen haben
noch Platz gefunden. Wer tagsüber Lust auf ein Schwätzchen hat, trifft
hier gewiss einen Mitpassagier mit demselben Anliegen. Die Boutique ist
neben Schmuck und Kleidung (übrigens auch praktische Kleidung, der
Fahrtroute angepasst!) mit Gebrauchsgegenständen und Logo-Artikeln
ausgestattet und lässt keine Wünsche offen. In der Bibliothek stehen
neben drei tiefen Ohrensesseln auch ein Schreibtisch und ein Fernseher
mit Videogerät bereit. Videos sind nicht vorhanden, das Gerät dient der
Wiedergabe von privaten Filmen der Passagiere. In den Regalen daneben
warten rund 15 laufende Meter Bücher und etli-che Bildbände auf
Leseratten. Darunter finden sich Reader’s Digest Auswahlbände,
Taschenbücher mit Romanen, aber auch zwei Meter Reiseführer und zwei
Meter fremdsprachige Literatur. Qualität und Auswahl lassen spüren: Hier
wurde in die Bibliothek großzügig investiert (die auf manch anderem
Drei-Sterne-Dampfer mit den zurückgelassenen Büchern der Passagiere
gefüllt wird).
Im Heck der
COLUMBUS
liegt die Show-Lounge. Ihre Tanzfläche mit dahinter platzierter Bordband
dient auch als Bühne für abendliche Auftritte. Die Lounge ist geschickt
in Ecken und Rondells aufgeteilt, in denen man ein bisschen Intimität
mit den Tischge-nossen wahren kann. Allerdings hat nach Meinung der
überwiegenden Mehrzahl der Passagiere der Designer, der überall im
Schiff frische, meist freche Farbgebungen wagte, hier etwas zu tief in
den Farbeimer gegriffen: Papageienbunter Teppich und in verschiedenen
Signalfarben zusammengewürfelte Bestuhlung sind – auch auf einem Schiff,
das von jungem Publikum träumt – des Guten zuviel. Hinzu kommt, dass die
modernen Drehstühle weit davon entfernt sind, bequem zu sein.
Ausgesprochen gut angenommen wird die Bar, die hinter einer Abtrennung
liegt und vom Geschehen in der Lounge abgewandt ist. So bietet sie zwar
keinen Blick auf die Bühne, aber durch achtere Panorama-Scheiben eine
Aussicht ins Kielwasser. Sie ist ein willkommener Treffpunkt für alle,
die sich unterhalten und das Bühnengeschehen nur von Ferne erleben
möchten (und auf jedem anderen Schiff die aufmerksamen Zuhörer stören).
Das Foyer der
COLUMBUS,
in dunkelblau mit mintgrünen Sitzgelegenheiten gehalten, wirkt ein wenig
düster. Hier sind die Rezeption und das Bordreisebüro untergebracht.
In einer Sitzung
Ein Deck unter der
Show-Lounge – und wiederum im Heck des Schiffes – liegt das Restaurant
der
COLUMBUS.
Sein größtes Plus ist, dass es alle Passagiere in einer Sitzung fasst.
Hier herrschen warme Holztöne vor, und große Fenster, die sich an drei
Seiten um den Raum herum ziehen, machen ihn hell und freundlich. Überall
ist genügend Raum, um einen guten Service zu gewährleisten. Allerdings
stehen die bequemen Armlehnenstühle im krassen Gegensatz zu den Sofas
unter den Fenstern (besser: gepolsterte Sitzbänke), die bei voller
Belegung auch als Sitzgelegenheiten für Passagiere herhalten müssen. Wer
das zweistündige Dinner hier erlebt, hat eindeutig bei der
Platzreservierung die Niete gezogen. Da nur Tische, nicht aber bestimmte
Plätze reserviert sind, hilft nur eins: Am ersten Abend frühzeitig da
sein – oder gleich um einen Tisch in der Mitte bitten. Den Service im
Restaurant der
COLUM-BUS
beschreibt am besten das Zitat eines Mitpassagiers, der sonst
5-Sterne-Schiffe bevorzugt: „Ultra-Mega-gut!” Gleiches gilt auch für die
Küche und die Präsentation der Speisen.
Zum Frühstück gibt
es hier alles, was das deutsche Kreuzfahrer-Herz begehrt. Das gesamte
Buffet-Angebot aufzuzählen, ist beinahe unmöglich; deutsches Brot und
Brötchen, eine Wurstauswahl und eine breite Palette von
Kellogg’s-Produkten sind ebenso selbstverständlich wie Müsli, Säfte,
Fischplatte, Marmeladen und Eierspei-sen. Der Frühstücksspeck ist kross
gebraten, und selbst amerikanische Pfanne-kuchen fehlen nicht. Einige
warme Speisen bringt der Steward, der Rest steht am Buffet.
Zum Lunch wählt man
à la carte zwischen zwei Vorspeisen und drei Suppen (davon eine
Kaltschale), holt sich einen Salat vom Buffet (den Steward oder
Stewardess auf Wunsch auch gern bringen), um sodann zwischen sechs
Hauptgängen zu wählen, davon ein Fisch-, ein Pasta-, ein vegetarisches
Gericht und eines „aus der Mann-schaftsküche”. Die Desserts stehen
wiederum zum Aussuchen am Buffet bereit, drei verschiedene an der Zahl.
Eiscreme bringt der Steward.
Am Abend wählt man
zwischen drei Vorspeisen und drei Suppen, und auch den Salat gibt es à
la carte. Ein Zwischengericht trennt die hors d’oeuvre von den
Hauptgängen. Es sind deren sieben, darunter ein Fisch- und ein
vegetarisches Gericht, eines aus der Kalten Küche und eine Alternative
vom Grill. Drei Desserts, darunter ein eisiges, Früchte und ein
Käseteller schließen das Dinner ab, das in der gemütlichen Atmos-phäre
des Restaurants runde zwei Stunden in Anspruch nimmt. Der Service wäre
nicht Hapag-Lloyd-typisch, wenn die Stewards und Stewardessen nicht
jeden Extra-wunsch gerne berücksichtigten. Spezielle Gewohnheiten der
Passagiere merken sie sich spätestens am dritten Tag, und man muss nach
seinem Lieblingswein, Tee oder Salat nicht mehr fragen.
Stets gibt es am
Morgen und am Mittag eine Buffetalternative im Palmengarten. Als
Sitzgelegenheiten stehen bei schönem Wetter auch die Tische draußen auf
Deck zur Verfügung. Morgens ist die Auswahl hier nicht viel kleiner als
im Restaurant; am Mit-tag überrascht das Buffet, indem es andere Speisen
bereithält als die Speisekarte im Restaurant. Insbesondere die frisch
gegrillten Fisch-Spezialitäten, Steaks und Ham-burger erfreuen sich
großer Beliebtheit. Hier und da hat das Mittagsbuffet ein be-stimmtes
Thema, etwa „Pasta” oder „Fisch”. An manchen Tagen wird das Buffet auch
am Abend angerichtet. „Offene Sitzungen” im Restaurant bedeuten auf der
COLUM-BUS,
dass sich jeder setzen kann, wo er mag (wobei auch alle Tische
eingedeckt sind), es aber niemand tut, denn jeder hat ja seinen festen
Platz. Zwischendurch gibt es im Palmengarten eine Vormittagsbouillon und
alternativ noch eine Kaltschale. Am Nachmittag lädt die Lounge bei
leiser Live-Musik zu Kaffee, Tee und Kuchen. Das Ganze wird durch
Torten, Sandwiches und den ausgesprochen guten Service abge-rundet.
Bisweilen gibt es besondere Schmankerl zur Teezeit wie etwa „Strudelvaria-tionen”.
Von 22.30 Uhr bis 23.30 Uhr steht im Palmengarten ein Spätimbiss bereit.
Eine Prise Privatsphäre
Die
COLUMBUS
hat keine Balkonkabinen (nur die Suiten haben eine Terrasse), des-halb
findet das Leben mehr in den Gesellschaftsräumen oder auf Deck statt,
denn in den Privatgemächern. Dennoch ist in den Kabinen eine seltene
Gratwanderung ge-lungen: Bei moderner Einrichtung eine gemütliche
Privatsphäre zu schaffen. Farbige Dekorstoffe gesellen sich harmonisch
zu Möbeln aus dunklem Wurzelholz (-imitat). Die Betten sind klassisch
angeordnet, an jeder Wand eins. In den Außenkabinen lassen sie sich
zusammenschieben. Genügend Schrankraum und Kleiderbügel, ein kostenlos
nutzbarer Safe und ein bequemer Schreibtisch – in den Außenkabinen mit
Fensterblick – machen die Kabine schnell zum kuscheligen Zuhause. Die
Betten sind bequem und von mittlerem Härtegrad, die Decken haben ein
waschbares Kunststoff-Inlay. Kleine Extras wie Bademantel, Fön und die
Nachrichten, die täglich ohne Aufforderung auf die Kabine gebracht
werden, machen das Leben angenehm. Der Kabinenfernseher zeigt das Bild
der Bugkamera, eine Info-Tafel und verschiede-ne Satelliten-Programme,
empfangsbedingt auch deutsche – stets jedoch Deutsche Welle TV und Radio
sowie zwei bordeigene Spielfilmkanäle. Viele Außenkabinen haben große
Panorama-Fenster; selbst in den Kabinen mit Sichtbehinderung durch
Rettungsboote ist es angenehm hell. Einige Kabinen haben übermannshohe
Bull-augen, die dem Schiff seinen äußeren Charme und der Kabine ein
maritimes Geprä-ge geben. Die Nasszelle ist relativ großzügig, ebenso
die Dusche mit bequemer Handbrause und einem Wasserstrahl, der das
Duschen zur Freude macht. Den Stauraum am Waschbecken allerdings wünscht
man sich in Griff- und nicht in Knie-höhe. Die Kabinen sind nicht
hellhörig; das Privatleben des Nachbarn bleibt da, wo es sein soll: In
seiner Kabine. Den kleinen Schieber an der Kabinentür erkennt man erst
auf den zweiten Blick (oder nach der Nachfrage bei der Stewardess) als
diskre-tes „Bitte-nicht-stören“-Schild. Der Kabinenservice mag sich von
Flur zu Flur (und von Stewardess zu Stewardess) unterscheiden. Leider
ist er nicht überall perfekt. „Dienst nach Vorschrift” bei der
abendlichen Service-Runde, wobei die Mini-Bar nicht aufge-füllt wird und
offensichtlich herumstehende leere Flaschen stehenbleiben, sind auch auf
einem Drei-Sterne-Schiff nicht opportun.
Bordatmosphäre
Die Atmosphäre auf
der
COLUMBUS
ist eine deutlich andere als auf anderen Schiffen ihrer Kategorie. Jene
Touristen, die mit dem Bus einen Mittelmeerhafen erreichen, um eine
Kreuzfahrt zum Spottpreis zu unternehmen, findet man hier höchst selten.
Und die Grundzufriedenheit, die die gute Ausstattung des Schiffes und
der Service im Restaurant mit sich bringen, spürt man allenthalben.
Insofern ist die
COLUMBUS
ein typisches Hapag-Lloyd-Schiff. Woran ihre Atmosphäre bisweilen
krankt, sind Passa-giere, die wegen der Route innerhalb der Reederei das
Schiff wechseln. Wer HANSEATIC
oder gar EUROPA
gewöhnt ist, macht sich offenbar nicht klar (auch nicht angesichts der
moderaten Reisepreise), dass die
COLUMBUS
nicht eine zu klein ge-ratene EUROPA
ist, sondern ein Schiff, das für eine gänzlich andere Zielgruppe
konzi-piert wurde. Unterhaltungen, in denen jeder zweite Satz mit „Auf
der HANSEATIC
ist aber dies und das” beginnt, machen die bemühten Servicekräfte der
COLUMBUS
ebensowenig glücklich wie die zufriedenen Passagiere. Auf den Routen
durch die Großen Seen ist das besonders eklatant, weil es hier keine
Alternative zur
COLUMBUS
gibt. Andererseits hat man außerhalb des Restaurants bisweilen den
Eindruck, dass das Versprechen eines Drei-Sterne-Plus-Schiffes bewusst
voll erfüllt wird – mehr aber auch nicht. Ob das daran liegt, dass
Service-Kräfte von anderen HL-Schiffen auf die
COLUMBUS
wechseln und auf „halbe Kraft” zurückschalten, oder ob es eine
Direk-tive gibt, die bewusste Schranken aufbaut, um eine deutliche
Abgrenzung zu den höherwertigen Produkten der Reederei zu wahren, ist
nicht ersichtlich – der Effekt jedoch spürbar. Und wenn jener HANSEATIC-Passagier,
der den Restaurant-Service so begeistert lobte, den Mitarbeitern von
Rezeption und Reiseleitung eine gewisse Kaltschnäuzigkeit nachsagt, dann
hat er auch damit recht. Dafür aber begibt sich die
COLUMBUS
nie unter ihr Niveau, platter Smalltalk mit dem Steward oder gar
Verbrüde-rungen, wie man sie auf anderen Schiffen dieser Kategorie
beobachtet, gibt es nicht.
Entertainment: Das Tüpfelchen auf dem i
Tagsüber läuft auf
der
COLUMBUS
das klassische Unterhaltungsprogramm, das man von Kreuzfahrtschiffen
kennt. Ein paar Sportangebote, das nicht wegzudenkende Bingospiel und
Treffen der Service-Clubs geben dem Tag an Bord Struktur. Ein
Bayerischer Frühschoppen an Seetagen und andere Sonderveranstaltungen
kom-men hinzu. Insgesamt ist das Unterhaltungsangebot eher
zurückhaltend. Das gilt auch für die abendlichen Show-Programme. Die
„Happy Band” macht gute Musik in der Lounge; mit drei Solokünstlern
jedoch lassen sich die Abende einer zehntägigen Kreuzfahrt nur schwer
bestreiten. Hier „hinkt” die
COLUMBUS
hinter dem Gros ihrer Mitbewerberinnen her. Dabei verfügt sie über einen
erstklassigen Seemanns-Chor, der spielend einen weiteren Abend füllen
könnte. Die Qualität der Künstler wechselt freilich ebenso wie die der
Lektoren. In beiden Fällen jedoch hat man auf der
COLUM-BUS
nicht immer ein glückliches Händchen.
Für Körper und Wohlbefinden
Die
COLUMBUS
ist ein modernes Schiff, auf dem es an keiner Wellness-Einrichtung
fehlt. Oben am Swimmingpool liegt ein kleines Fitness-Center mit
Meerblick, wo zwei Laufbänder, drei Fahrräder, zwei Stepper, eine
elektronische Ruderbank und eine Kraftmaschine auf überschüssige
Kalorien warten. Handtücher und anderes Equip-ment ist ebenfalls
vorhanden. Tief im Bauch der
COLUMBUS
gibt es eine Sauna mit Duschen, die mit ihren seitlichen Düsen und
wählbaren Temperaturen keine Wün-sche offen lassen. Die Sauna ist
ausreichend groß, verfügt über Sanduhr, Thermo-meter und
Aufgussmaterial. Dass sie sich „aus Sicherheitsgründen”, wie es heißt,
nach 15 Minuten automatisch abschaltet, ist allerdings ein beständiges
Ärgernis; dass sie darob meist kalt ist, wenn man spontan zum Saunen
herunterkommt, ein noch größeres. Dafür bietet sie einen kleinen
Ruheraum mit zwei Liegen. Sauna-Getränke fehlen. Nebenan bietet ein
Allround-Talent Beauty und Massage an. Außer den Bordeinrichtungen wird
mit entsprechenden Gymnastik-Angeboten für die Fit-ness der Passagiere
gesorgt. „Fit in den Tag”, „1000 Schritte”, Reling-Gymnastik” und
dergleichen stehen regelmäßig auf dem Programm.
Was sonst noch so auffällt
Die Klima-Anlage auf
der
COLUMBUS
arbeitet überall geräuschlos und effektiv. Öffent-liche Räume und
Kabinen sind angenehm temperiert, ohne, dass es irgendwo zieht. –
Passagiere der
COLUMBUS
werden nur mit den nötigsten Durchsagen behelligt. Bei interessanten
Passagen kommt ein Hinweis, ebenso bei Programmänderungen. Für Dinge,
die ohnehin im Tagesprogramm stehen, wird hier niemand gestört. – Nahe
dem Foyer steht ein ruhiger Raum mit zwei PC-Terminals zur Verfügung.
Neben kos-tenlosem e-Mail-Versand ist hier auch Internet-Zugang (via
Satellit, kostenpflichtig) möglich. Allerdings funktioniert die Technik
nicht immer, und die Rezeption ist mit Rückfragen technisch überfordert.
Übereifrig löscht sie ungesendete Passagier-Mails, die man mühsam
geschrieben und auf deren Versand man sich verlassen hat. Wer bei den
Mitarbeitern darob Klage führt, muss feststellen, dass Einsicht nicht
ihre starke Seite ist. – Im Lektorat am zweiten Tag nur einen Teil der
Ausflüge vorzustel-len, wobei eine Stunde nach der Vorstellung bereits
Buchungsschluss für sämtliche Ausflüge ist, zeugt nicht von bestem
Organisationstalent. Motto: „Buchen Sie heute – was Sie gebucht haben,
erzählen wir Ihnen dann nächste Woche!” – Auf allen Reisen kann die
Rezeption US-Dollar in Euro wechseln und umgekehrt (kleine Mengen). –
Die
COLUMBUS
verfügt über zwei behindertengerechte Kabinen. Der Passagierbe-reich
(öffentliche Räume) ist durchgehend rollstuhltauglich. – Es gibt
ausgewiesene „Kinderreisen”, auf denen eine spezielle Betreuung
angeboten wird. Sonst kümmert sich eine Hostess um mitreisende Kinder.
Schöne Ziele zum
kleinen Preis
Nur wenige
Drei-Sterne-Plus-Schiffe haben eine solch vielfältige Routenplanung wie
die
COLUMBUS.
Auf ihrer alljährlichen Weltreise absolviert sie gewöhnlich einen
aus-giebigen Besuch der Südsee. Im Sommer ist sie in Nordland und Ostsee
unterwegs, verlässt dieses Gebiet jedoch früher, um sich nach Westen zu
wenden. Hier liegt ihre Stärke: Nach einer Überfahrt Richtung Kanada
kann sie als einziges Kreuzfahrtschiff ihrer Größe den St. Lawrence
River bis in die Großen Seen Nordamerikas befahren. Meistens bietet sie
zwischen Anfang September und Ende Oktober zwei Reisen auf dem Fluss und
drei Törns durch die Großen Seen an. Aber auch als Kennerin der
griechischen Inselwelt hat sie sich schon profiliert, als sie in einem
Jahr im Herbst „Seen-Pause” machte. Im Hinblick darauf, was man bei
einer Reise mit der
COLUM-BUS
zu sehen bekommt, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr ordentlich.
Stets werden gut
organisierte Landausflüge angeboten, die der Veranstalter nur zum Teil
beeinflussen kann, weil sie von örtlichen Agenturen zusammengestellt
werden. Langjährige Erfahrung kommt den Planern von Hapag-Lloyd dabei
zugute. Das Preis-niveau entspricht dem im deutschen Kreuzfahrtmarkt
üblichen Durchschnitt. Die Um-setzung der Programme an Bord gelingt
jedoch nicht immer perfekt. Eine Bordreise-leitung, die es nicht
schafft, örtliche Museen rechtzeitig zu informieren, wenn das Schiff
Sonntag früh um 8.00 Uhr in einer Kleinstadt anlegt, macht sich keine
Freunde. Eine, die einen Liegeplatzwechsel nutzt, um den Passagieren
eine 24 € teure Bus-fahrt zum eigentlichen Ziel des Landganges zu
verkaufen, ebenso wenig.
Leistungen und
Preise an Bord
Massage/Spa:
Teilmassage (25 Minuten) 26 €, Ganzkörper (50 Minuten) 49 €.
Bordfotograf:
5,50 € pro Bild, CD mit 150 Bildern der Reise 40 €, Filmentwicklung 3 €
Vergrößerung 9x13 cm 0,35 €, 10x15 cm 0,39 €, Brennen einer
Speicherkarte auf CD 256 MB 9€, 1 GB 15 €.
Friseur:
Herrenschnitt 18 €, Damen 25 €, Waschen, Fönen, Legen 24 €, Färben 30
€, Bart schneiden 3 €.
Beauty:
Maniküre mit Lack 25 €, Kosmetik Gesicht (90 Minuten) 58 €.
Boutique:
Logo-T-Shirt 12,50 €, Polo-Shirt 30 bis 130 €,
Herren-Oberhemd 40 bis 130 €, Herrenhose (Brax) 85 €, Sonnenbrillen 60
bis 200 €, Schlüsselanhänger mit COLUMBUS-Bild
2,75 €, Kodak-Farbfilm (100/36) 4,60 €, Logo-Feuerzeug 1,50 bis 2,50 €,
Fossil-Uhren 60 bis 85 €, Fahrenheit Eau de Toilette (100 ml) 51 €, Boss
Eau de Toilette (50 ml) 35 €, Davidoff Eau de Toilette (125 ml) 49 €.
Getränke (Bar):
Beck’s vom Fass (0,3 l) 1,50 €, Jever (Flasche 0,33 l) 2,10 €, Erdinger
Hefeweizen (0,33 l) 1,30 €, verschiedene
Whiskys (4
cl) 2,80 bis 4,90 €, Vodka (4 cl) 2,30 €, Cola, Fanta, Sprite (0,33 l)
1,50 €,
Cocktails
z.B. Kir Royal 3,80 €, Tequila Sunrise, Planter’s Punch, Pina Colada
3,60 €, Long Island Ice Tea 5,10 €.
Internet:
pro Minute 90 €-Cent.
Dieses
Schiffsportrait entstand an Bord der COLUMBUS
vom
11. bis 21.10.2006. |
|

Das
Foyer mit Rezeption

Außenkabine

Galerie

Die Lounge

Bar in
der Lounge

Die Bar in der Weinstube

Der Palmengarten

Das Palmengarten-Buffet

Die Bibliothek

Die Bordboutique

Das Fitness-Studio

Der Swimmingpool
Die
Technischen Daten der COLUMBUS:
|
Baujahr |
1997 |
|
Bauwerft |
MTW Wismar |
|
Tonnage |
14.903 BRZ |
|
Länge |
144,13
Meter |
|
Breite |
21,5 Meter |
|
Tiefgang |
5,15 Meter |
|
Gesamtleistung |
10.560 PS |
|
Geschwindigkeit |
18, 5 kn |
|
Passagierdecks |
6 |
|
Gesamtzahl
der Kabinen |
205 (davon 8
Suiten) |
|
Passagiere |
420 |
|
Besatzung |
170 Personen |
|